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Von Hans Kastl
Ein zu
negatives Bild eines
Meerwasser-Aquarianers? Leider nein. Zu oft muss man erleben, dass im
Zoogeschäft die Fische, die besonders farbenprächtig sind,
das Kaufinteresse
wecken und trotz des hohen Preises den Weg in die heimischen Aquarien
finden. Was
steckt hinter diesem Kaufinteresse? Ist es die Farbenpracht der Fische
oder das
Imponiergehabe des Aquarianers? Oder ist es schlichtweg Unwissenheit
über die
zum Teil enorme Größe, die die Fische schließlich
erreichen können? Ein krasses
Beispiel hierzu findet man bei den Lippfischen: im Verkaufsbecken sieht
der
vier bis fünf Zentimeter kleine Spiegelfleck-Lippfisch Coris
aygula sehr
ansprechend aus, der könnte doch etwas für mein Aquarium
sein, und schon wird
er gekauft. Hat sich der Aquarianer aber vorher informiert, wie
groß sein Fisch
werden kann?
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Die herrlichsten Fische finden
sich zweifelsohne unter den Kaiserfischen. Jeder hat schon ihre
Farbenpracht
bewundert und heimlich oder offen vom Traumkaiser geträumt. Aber
in den Fällen
der Großkaiser sollte es beim Traum bleiben. Im beengten
Lebensraum eines
Aquariums kann sich der Fisch nicht wohlfühlen, aggressives
Verhalten gegen
andere Fische ist vorhersehbar, Krankheiten brechen aus und der Verlust
der
schönen Tiere vergällt einem die Freude am geliebten Hobby.
Schmetterlingsfische
sind in ihrer Farbenpracht kaum mehr zu überbieten. Aber
weiß man beim Kauf
immer genau Bescheid über ihre Krankheitsanfälligkeit oder
über die Tatsache,
dass die meisten unter ihnen extreme Nahrungsspezialisten sind? Und
trotzdem
werden sie gekauft; man könnte zu den Glücklichen
gehören, die diesen
schwierigen Fisch durchbringen, und sei es nur für drei Monate, in
denen der
Fisch einem sicheren Ende entgegensiecht.
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