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Rückblick 1994

26. November bis 4. Dezember 1994: Aquarien- und Terrarienausstellung

Mit fast einjähriger Verspätung, dafür aber im neuen Foyer des kürzlich erst fertiggestellten Umbaus des Ludwig-Thoma-Hauses veranstalteten die Aquarienfreunde Dachau/Karlsfeld e.V. ihre Jubiläumsausstellung vom 26. November bis 4. Dezember 1994.

Obwohl die Gestaltung des „verschachtelten“ Eingangsbereiches nicht unproblematisch war, ist es dem Vereinsvorsitzenden Josef Lochner und seinem Team gut gelungen, eine ansprechende Ausstellung auf die Beine zu stellen.

Wie auch bei den letzten Ausstellungen beteiligten sich auch diesmal über 50 Vereinsmitglieder aktiv, indem sie selbst Becken ausstellten oder bei den zahlreichen Arbeiten tüchtig mithalfen. Da die Dachauer Aquarienfreunde wieder ihrem Ruf gerecht werden wollten, war es Ehrensache, nur eingefahrene Aquarien- bzw. Terrarien mit eingewöhnten Tieren und üppigem

Zwei schwere Brocken unterwegs

Pflanzenwuchs zu präsentieren. Daher war eine längere Vorlaufzeit notwendig. Auch musste das notwendige Dekorationsmaterial (Wurzeln, Steine, Zimmerpflanzen usw.) besorgt werden.

Am Wochenende vor Ausstellungsbeginn herrschte rege Betriebsamkeit im Foyer des Ludwig-Thoma-Hauses. Da wurden Becken, die mit mehreren Fahrzeugen herangeschafft wurden, mit vereinten Kräften zum vorgesehenen Standplatz geschleppt, Regale wurden zusammengeschraubt, Dekorationsmaterial wurde herbeigeschafft und angebracht. Jeder half voller Eifer mit, auch bei der gemeinsamen „Brotzeitvernichtung“. Vereinsfreund Georg Steindl, ein begeisterter Seewasseraquarianer, verhalf den von Josef Haunschild ausgestellten Kongosalmlern zu einem „salzigen Intermezzo“, als er beim Einfüllen aus Versehen einen Kanister mit Meerwasser erwischte. Aber er bemerkte seinen Irrtum nach wenigen Litern und den Tieren ist nichts passiert. Selbstverständlich stand auch wieder der Transport des 2-m-Wohnzimmer-beckens von Josef Lochner an. Genauso selbstverständlich wurde auch wieder zu diesem Zweck das Treppengeländer seines Hauses abgesägt und später wieder hingeschweißt. Warum denn immer diese Prozedur? Hier wäre ein Klappscharnier angebracht, denn die nächste Ausstellung kommt bestimmt!

Nannobrycon eques im Pflanzenbecken

Einen besonderen Blickfang schuf Vereinsfreund Robert Ruppel, der in gekonnter Manier den Eingangsbereich des Foyers mit einer Pflanzenvitrine mit Orchideen, Bromelien und Tillandsien prächtig in Szene setzte. Claus-Dieter Junge präsentierte eine Aquarienwand, bestehend aus fünf Aquarien, besetzt mit verschiedenen Raritäten aus Westafrika. Liebhaber von Pflanzenbecken kamen Dank der Becken von Rudi Probst und Norbert Zundl auf ihre Kosten. In drei Meerwasseraquarien der Vereinsfreunde Abeltshauser, Haunschild und Reich konnte man einen Querschnitt aus dem Reich der Niederen Tiere, Korallenfische, ja sogar Seenadeln und Seepferdchen bewundern. Bestechend war auch das Amazonas-Aquarium von Werner Theissig, das mit seinem ungewöhnlichen Format ideal für die ausgestellten Altum-Skalare war.

Daß man auch in der Beschränkung auf nur eine Fischart eine gute Wirkung erzielen kann, zeigte Peter Hasenauer mit seinen Leuchtaugenfischen. Natürlich durften auch die beliebten Diskusfische nicht fehlen. Franz Störzer zeigte eine Zuchtgruppe ‚Pigeon Blood‘. Fische aus Asien aus der Familie der Labyrinthfische stellte Vereinsfreund Otto Schmid aus, der als „Pensionär“ auf grund seiner „holztechnischen Fähigkeiten“ beim Bau von Beckengestellen zum „Vereinsschreiner“ emporstieg. Den Bereich Terraristik füllten Petra Störzer, Dieter Dlask und Gerhard „Schorschi“ Hampel mitTerrarien der unterschiedlichsten Biotope aus. Einen guten Überblick über die Züchtertätigkeit im Verein gab eine Aquarienwand, bestehend aus Becken, die ausschließlich mit Nachzuchten aus eigenen Reihen bestückt wurden.

Das Geländer mußsse weg

Großer Besucherandrang

Die Ausstellung war sehr gut besucht. Sie war ein großer Erfolg.

Die zahlreichen Besucher der Ausstellung (über 4.000 in nur neun Tagen) konnten sich nicht sattsehen an den Exponaten, und so herrschte oft ein mörderisches Gedränge. Besser war es da an den Vormittagen, an denen weniger Besucher kamen. Dann nahmen jedoch Schulklassen die Gelegenheit wahr, kostenlos durch die Ausstellung geführt zu werden.

Mehr als 20 Schulklassen waren da

Da im Thoma-Haus weitere Veranstaltungen stattfanden, und die Ausstellung nicht abgesperrt werden konnte, mußte jeden Abend eine „Nachtwache“ gehalten werden, was den Bierkonsum natürlich nach oben trieb. Der Hausmeister des Thoma-Hauses, selbst Aquarianer, war von der Ausstellung so beeindruckt, daß er sich spontan zu einer Mitgliedschaft bei den Aquarienfreunden Dachau/Karlsfeld e. V. entschloß. 

Der Abbau der Ausstellung ging naturgemäß wesentlich schneller als der Aufbau. In drei Tagen war dem Foyer des Thoma-Hauses nicht mehr anzusehen, daß vor kurzem hier noch „Urwald- Atmosphäre“ geherrscht hat.

Erfreulicherweise gab es keine größeren Pannen. 

Beim Abschlußessen aller Helfer, die zum Gelingen der Ausstellung beigetragen haben (einige hatten hierfür extra Urlaub genommen), dachte man nicht mehr an die zurückliegende strapaziöse Zeit, vielmehr war wiederholt die Frage zu hören, „wann denn die nächste Ausstellung anstehe…?“

Robert Ruppel gestaltete den Urwald

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